Länder

Private Gym in Österreich eröffnen: Gewerbe, Genehmigung, Zahlungen

Freies Gewerbe für Fitnessstudios, Betriebsanlagengenehmigung, 20 % USt oder Kleinunternehmerregelung, eps, Registrierkassenpflicht und Sparekey-Preise für Österreich.

In Österreich läuft ein Private Gym als freies Gewerbe, für das du keinen Befähigungsnachweis brauchst. Die schwierigeren Fragen betreffen das Lokal und das Betriebskonzept für Zeiten ohne Personal: Flächenwidmung, eine mögliche Betriebsanlagengenehmigung und eine Gefahrenevaluierung, die die WKO für Studios ohne Personal empfiehlt. Kunden zahlen online per Karte, eps-Überweisung, Apple Pay, Google Pay oder Klarna und bekommen ihren Zugangscode per SMS. Sparekey kostet € 990 für die Einrichtung und € 26 im Monat für den Betrieb.

Gewerbeanmeldung

Die WKO nennt für Fitnessstudios das freie Gewerbe „Vermietung von Sportgeräten und Sporteinrichtungen“. Als Einzelunternehmer oder Ein-Personen-GmbH erledigst du alle Gründungsschritte online über das Unternehmensserviceportal (USP): Gewerbeanmeldung, Steuer und Sozialversicherung, bei einer GmbH auch das Firmenbuch. Du kannst dich auch über GISA anmelden. Mit der Anmeldung darfst du starten und wirst Mitglied der WKO.

Zwei Grenzen: Eine Sauna oder ein Solarium über eine Nebenleistung hinaus braucht eine eigene Anmeldung, und das Erstellen von Trainingsplänen für Kunden ist ein eigenes freies Gewerbe (Fitnesstrainer). Stimm den genauen Wortlaut mit dem Gründerservice der WKO ab.

Lokal: Flächenwidmung und Betriebsanlagengenehmigung

Kläre das, bevor du einen Mietvertrag unterschreibst:

  • Flächenwidmung und Verwendungszweck. Die Gemeinde muss ein Gym an diesem Standort erlauben, und der Verwendungszweck im Bauakt muss passen.
  • Betriebsanlagengenehmigung. Ob du eine brauchst, hängt von Geräten, Lärm und Auswirkungen auf die Nachbarn ab. Eine Sauna oder Infrarotkabine braucht immer eine. Gyms unter 800 m² können das vereinfachte Verfahren nutzen.
  • Landesrecht. Manche Bundesländer regeln den Betrieb von Sportstätten. Frag bei der Bezirksverwaltungsbehörde nach.

Viele Bezirkshauptmannschaften und Magistrate bieten Projektsprechtage an, an denen du all das in einem Termin klären kannst. Nimm einen Grundriss mit und eine kurze Beschreibung, wie das Gym ohne Personal läuft.

Betrieb ohne Personal: was die WKO erwartet

Der WKO-Leitfaden für Studios mit Öffnungszeiten ohne Personal empfiehlt eine Gefahrenevaluierung, die Folgendes abdeckt:

  • Geräte: CE-gekennzeichnete Geräte, regelmäßige Überprüfung, Anleitungen vor Ort (auch per QR-Code) und Piktogramme zu den Übungen.
  • Notfälle: ein Notfalltelefon, das immer funktioniert, sichtbare Notrufnummern, ein Erste-Hilfe-Kasten, ein Defibrillator und freier Zugang für die Rettung.
  • Brandschutz: Feuerlöscher, Fluchtwegbeleuchtung und gekennzeichnete Fluchtwege.
  • Unterweisung der Kunden: Fluchtwege, Nutzung der Geräte, Training allein nur mit Telefon oder in der Nähe eines Notrufknopfs, Hygiene.

Übernimm das in deine Hausordnung und deine Buchungsbedingungen. Kunden bestätigen sie bei der Buchung. Unsere Vorlage für die Hausordnung ist ein Ausgangspunkt, und Was ohne Personal schiefgehen kann behandelt die typischen Zwischenfälle.

Umsatzsteuer: 20 % oder Kleinunternehmerregelung

Die österreichischen Umsatzsteuerrichtlinien behandeln die Nutzung eines Fitnessstudios als steuerpflichtige Leistung eigener Art, nicht als steuerfreie Vermietung von Räumen, es gelten also 20 %. Bis 55.000 € Jahresumsatz kannst du die Kleinunternehmerregelung nutzen und keine Umsatzsteuer verrechnen, dann kannst du dir aber auch keine Vorsteuer auf Geräte zurückholen. Deine Steuerberatung sagt dir, was für deine Investition besser ist.

Zahlungen: Stripe mit eps

Kunden in Österreich zahlen online per Karte und per eps-Überweisung, einer Zahlung direkt aus dem eigenen Online-Banking, die alle österreichischen Banken unterstützen. In Österreich richten wir Stripe ein mit:

  • Karten (Visa, Mastercard)
  • eps-Überweisung
  • Apple Pay und Google Pay
  • Klarna

Das Stripe-Konto läuft auf deinen Namen, Auszahlungen kommen in Euro auf dein österreichisches Konto, und die Einrichtung ist inklusive. Stripe prüft dein Unternehmen vor den Auszahlungen, fang also früh an.

Registrierkasse und Belege

Eine Registrierkasse brauchst du erst, wenn der Jahresumsatz 15.000 € und die Barumsätze 7.500 € übersteigen. Karten- und Handyzahlungen vor Ort zählen als Barumsätze. Umsätze im Onlineshop sind ausgenommen, solange Kunden nicht direkt bei dir bar bezahlen, einen Beleg stellst du trotzdem aus.

Für ein Gym, das nur online über die Buchungsseite bezahlt wird, gilt die Onlineshop-Regel. Ein Kartenterminal oder Bargeld im Gym macht aus diesen Zahlungen Barumsätze.

Rechnungen

Sparekey stellt zu jeder bezahlten Buchung eine Rechnung aus, auf Deutsch und in Euro, mit deinen Daten und der umsatzsteuerlichen Behandlung, die deine Steuerberatung bestätigt. Rechnungen bis 400 € können Kleinbetragsrechnungen sein. E-Rechnungen zwischen Unternehmen sind in Österreich nicht verpflichtend. Bewahre Rechnungen sieben Jahre auf. Der CSV-Export geht an deine Steuerberatung.

Zutritt

In Zeiten ohne Personal muss die Tür jedes Mal funktionieren und Manipulation standhalten. Wir empfehlen ein 2N-Keypad mit Magnetschloss, montiert von einem Fachbetrieb für Türen oder Zutrittskontrolle. Nuki ist die einfachere und günstigere Alternative auf dem vorhandenen Schloss. Sein Nachteil: Kunden können es leichter manipulieren. Beide kosten mit Sparekey dasselbe.

Der Kunde bekommt direkt nach der Buchung eine zeitlich begrenzte PIN per SMS. Sie gilt nur für die gebuchte Zeit. Ein hinterlegter Notfallcode deckt Internetausfälle ab. Weitere Türen oder ein gemeinsamer Hauseingang werden bei der Einrichtung ohne Aufpreis gelöst. Siehe 2N-Keypad und Magnetschloss.

Kameras und Versicherung

Die Datenschutzbehörde (DSB) genehmigt Kameras nicht im Voraus. Du prüfst selbst, ob die Kamera nötig und verhältnismäßig ist, bringst Hinweisschilder auf Augenhöhe vor dem überwachten Bereich an und speicherst Aufnahmen als Richtwert höchstens 72 Stunden. Umkleiden und Toiletten bleiben außer Sicht. Siehe Kamera im Gym ohne Personal.

Die WKO empfiehlt eine Betriebshaftpflicht- und eine Sachversicherung. Teil dem Versicherer schriftlich mit, dass das Gym ohne Personal läuft. Siehe Versicherung und Haftung.

Was Sparekey in Österreich kostet

PostenPreis
Einrichtung (einmalig)€ 990
Betrieb (Hosting, Wartung und SMS-Absendername)€ 26 / Monat
SMS mit Zugangscode€ 0,04 pro Nachricht

Es kommt keine Umsatzsteuer dazu, weil Sparekey nicht umsatzsteuerlich registriert ist. Du zahlst in Euro per Überweisung. Im Preis enthalten sind Stripe mit eps, deutschsprachige Buchungsseiten und Rechnungen und unbegrenzt viele Standorte. Siehe Preise und so läuft die Einrichtung.

FAQ

Brauche ich einen Befähigungsnachweis, um in Österreich ein Gym zu eröffnen?

Nein. Der Betrieb eines Fitnessstudios ist ein freies Gewerbe. Das Erstellen von Trainingsplänen für Kunden ist ein eigenes freies Gewerbe, das du dazunimmst, wenn du es anbietest.

Ist ein Gym ohne Personal in Österreich erlaubt?

Ja. Die WKO beschreibt Studios mit Öffnungszeiten ohne Personal und was ihre Gefahrenevaluierung abdecken sollte. Ob du eine Betriebsanlagengenehmigung brauchst, entscheidet die Bezirksverwaltungsbehörde.

Brauche ich eine Registrierkasse, wenn Kunden online zahlen?

Umsätze im Onlineshop sind ausgenommen, wenn Kunden nicht direkt bei dir bar zahlen. Karte oder Bargeld im Gym zählen als Barumsätze.

Demo und Beratung

Erst in der Demo ansehen, dann entscheiden.

Schreib uns per E-Mail oder WhatsApp, wo dein Gym ist, wie dein Raum aussieht und welche Tür du hast. Wir vereinbaren einen Termin für ein kostenloses Gespräch und gehen Öffnungszeiten, Slots, Türen und Zahlungen durch.

Die Demo findet auf Englisch statt.